­Der Ramadankrieg: Welche Entwicklungstendenzen zeichnen sich ab?

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Inhaltsverzeichnis

Das Martyrium von Ajatollah Ali Hosseini Khamenei

Der Irankrieg ist der zweite Akt des kolonialen Genozids für Großisrael

Die Konsequenzen für die Weltwirtschaft

Das Vorspiel des Dritten Weltkrieges

Die Redaktion hat bislang keine vollständige Einheit über diesen Text erlangt, es wurde aber be­schlossen, ihn in seiner aktuellen Fassung als Beitrag zur Debatte über die den Iran-Krieg zu veröffentlichen.

Am 28.02.2026 hat der Krieg der USA und Israel gegen den Iran begonnen. Dieser Krieg ist ein im­perialistischer Krieg, der den Sturz der Islamischen Republik, und die Balkanisierung der iranischen Nation in Formierung zum Zweck hat. Darüber hinaus dient der Krieg als Vorbereitung für einen kolonialen Genozid gegen die arabischen Staaten um Israel herum, sowie für die Balkanisierung weiterer Nationen (Pakistan, evtl. Saudi-Arabien).

Der Iran hingegen führt einen gerechtfertigten Krieg zur Behauptung seines nationalen Selbstbe­stimmungsrechts als Halbkolonie. Die Achse des Widerstandes kämpft in Solidarität mit dem Iran einen gerechtfertigten Kampf gegen den US-Imperialismus und die zionistische Siedlerkolonie Isra­el.

Die USA haben den Krieg mit der Unterwerfung Venezuelas im Zuge der Donroe-Doktrin relativ gut vorbereitet, und der Anstieg der Ölpreise ist bisher nicht ansatzweise auf dem Niveau der Ölkri­se der 1970er Jahre. In den Amerikas finden 45% der weltweiten Ölförderung statt. Allerdings wird ihnen das nichts nutzen.

Das Martyrium von Ajatollah Ali Hosseini Khamenei

Die USA und Israel haben Ajatollah Ali Hosseini Khamenei getötet, und geglaubt, dass dieser Ent­hauptungsschlag die Islamische Republik Iran in eine schwere Krise stürzen würde, die zu ihrem Sturz führen könnte. Sie dachten, der Iran sei Venezuela. Im Gegensatz zu Venezuela ist die büro­kratische Bourgeoisie weitaus stärker als die private Kompradorenbourgeoisie. Im Gegensatz zu Ve­nezuela ist die bürokratische Bourgeoisie kein eklektizistischer bis esoterischer Haufen von Indivi­duen, sondern die Führung einer antiimperialistischen Front mit einer kohärenten Weltanschauung, die die Staatsführung und weite Teile des Volkes vereint. Und gemäß dieser Weltanschauung war der Tod von Ajatollah Ali Hosseini Khamenei kein Opfer der Überlegenheit des Imperialismus, der seine Nachfolger zur Unterwerfung motiviert wie in Venezuela, sondern er war ein Märtyrer für die iranische Nation, die islamische Ummah, und für Allah, dessen Opfer die iranische Nation und min­destens den shiitischen Teil der islamischen Ummah zum kleinen Jihad gegen die zionistische Sied­lerkolonie, die arabischen Kompradorenbourgeoisie und den US-Imperialismus aufruft und im Kampf vereint.

Die USA haben die Einheit der iranischen, bürokratischen Bourgeoisie und den Konsens der Mas­sen zu ihrer Herrschaft massiv unterschätzt. Sie haben die Republik und die Massen in einer antiim­perialistischen und antizionistischen Front vereint. Jede Nacht sind hunderttausende Demonstranten in allen Städten des Iran auf der Straße und rufen „Tod für Amerika!“. Sie haben alle shiitischen Muslime zu ihrem Feind gemacht, von Karachi über Baghdad bis nach Beirut.

Der Irankrieg ist der zweite Akt des kolonialen
Geno­zids für Großisrael

Der erste Akt war der Genozid in Gaza. Der zweite Akt des kolonialen Genozids für die Gründung Großisraels ist der regionale Krieg, der sich jetzt entfalten wird.

Der Iran hat die großartige Entscheidung getroffen, seine Warnung wahr zu machen, und angefan­gen, die US-Basen in ganz Westasien zu beschießen. Außerdem hat der Iran den Schiffsverkehr in der Straße von Hormuz nahezu lahmgelegt, wobei hier Begrenzungen bestehen, weil der chinesi­sche Imperialismus die Islamische Republik Iran einschränkt.

Die Raketen und Drohnen, die der Iran benutzt, kosten weitaus weniger als die Raketen, die die USA und ihre Verbündeten zum Abfangen benutzen.1 Außerdem kostet die Produktion der Abfang­raketen viel Zeit, und die Reserven sind durch den Krieg in der Ukraine und den 12-Tage Krieg vom letzten Jahr erschöpft. Die USA priorisieren nun die Versorgung Israels und lassen ihre arabi­schen Halbkolonien den Preis für ihre Offensive bezahlen. Durch ukrainische Abfangdrohnen lässt sich der Widerspruch nur begrenzt beheben, da diese dann, wenn ihre Produktion nicht massiv aus­geweitet wird, an der Front in der Ukraine fehlen.

Das bedeutet, dass im Widerspruch zwischen dem US-Imperialismus und seinen arabischen Halb­kolonien der Nutzen, den die arabischen Kompradoren von ihrer Unterordnung haben, massiv sinkt. Dieser Widerspruch verschärft sich erheblich, was bereits dazu führt, dass die Golfstaaten erwägen, Investitionen in US-Vermögenswerte zurückzuziehen, um ihre Kosten durch den Krieg zu decken.2 Wenn die Kompradorenbourgeoisie der Golfstaaten Profite will, dann muss sie sich jetzt eigentlich an China wenden.

Gleichzeitig sollen israelische Mossad-Agenten in Saudi-Arabien und Qatar festgenommen worden sein, die geplant haben sollen, Ölanlagen zu sprengen.3 Dazu passend bestreitet die Islamische Re­publik Iran die Verantwortung für mehrere Angriffe auf saudische Ölanlagen.4 Auch für den Angriff auf Aserbaidschan5, und auf die Türkei6 bestreitet der Iran die Verantwortung. Das sind Indizien da­für, dass Israel versucht, die anderen westasiatischen Halbkolonien der USA in eine aktive militäri­sche Teilnahme am Krieg gegen den Iran hereinzuziehen, indem sie False-Flag-Aktionen durchfüh­ren.

Aserbaidschan wird nicht daran interessiert sein, wer es angegriffen hat, weil ihnen auch eine False-Flag-Aktion willkommener Anlass sein wird, das ohnehin schon beanspruchte Südaserbaidschan zu erobern. Al-Sharaa zieht zwar seine Truppen an der Grenze zum Libanon zusammen, aber die syri­sche Armee ist zu schwach, zu schlecht ausgebildet und zu desorganisiert, um neben der Unterdrü­ckung der eigenen Bevölkerung noch eine andere Aufgabe wahrzunehmen.7 Wenn Al-Sharaa den Libanon angreifen sollte, dann wäre das entweder sehr dumm, oder über den Söldnerdienst für Isra­el hinaus, ein absichtlicher Beitrag zur Balkanisierung Syriens. Jordanien fängt fleißig iranische Ra­keten ab, und hat sein Volk zu britischer Mäßigung und deutschem Untertanengeist erzogen, und außer von den ägyptischen, syrischen, palästinensischen und jemenitischen Arbeitern im Lande kei­nen Aufstand zu befürchten, wird sich aber hüten, diesen relativen sozialen Frieden mit einer Offen­sive gegen den Iran zu riskieren. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind die besten Verbündeten Israels, und glücklicherweise zu schwach, um sich offensiv gegen den Iran zu verhalten, aber si­cherlich zu jedem Verbrechen bereit, wenn sich die Chance ergibt. Saudi-Arabien weiß, dass die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel versuchen, es einzukreisen, und ahnt, dass die USA es fallenlassen werden, wenn sie es nicht mehr brauchen.8 Bahrain hat jetzt schon Schwierigkeiten, die shiitische Bevölkerung im Griff zu behalten, und wird wohl kaum militärisch handlungsfähig sein. Der Oman hat alles versucht, um diesen Krieg zu verhindern, oder zumindest den Anschein er­weckt, das zu tun, was ein Indiz dafür ist, dass sie sich nicht daran beteiligen wollen. Kuwaits Be­völkerung ist zu 35% shiitisch und wird sich hüten, einen Krieg gegen den Iran zu führen. Qatar versucht sich als nicht allzu amerikanisch dominiert zu inszenieren, und würde seinen ideologischen Einfluss im arabischen Raum massiv beschädigen. Der Irak hat sich zwar gerade von den USA die Wahl eines Shiiten verbieten lassen, aber es ist nahezu ausgeschlossen, dass er sich an einem Krieg gegen den Iran beteiligt, weil der Aufstand der Massen dagegen den Staat stürzen würde. Die Orga­nisationen der irakischen Kurden sind seit Jahrzehnten us-amerikanische Hunde, und sicherlich zu jeder Schandtat bereit. Erdogan versucht sich als Antizionist zu inszenieren und die CHP hat die False-Flag-Aktionen Israels öffentlich kritisiert – ein Krieg gegen den Iran würde die Türkei desta­bilisieren, und Israel stärken, also die Fähigkeit der Türkei, sich als Regionalmacht im Dienst am Imperialismus zu betätigen, einschränken.

Es ist mittlerweile erklärtes Ziel der herrschenden Fraktion der israelischen Bourgeoisie, Großisrael, möglicherweise vom Nil bis zum Euphrat, zu gründen.9 Der US-Botschafter in Israel ist der Mei­nung, dass das legitim wäre.10 Pete Hegseth, US-Kriegsminister, wünscht sich die Wiedererrichtung des jüdischen Tempels auf dem Grund der Al-Aqsa-Moschee.11 Und es gibt über 100 Beschwerden von US-Soldaten darüber, dass ihre Vorgesetzten den Irankrieg damit gerechtfertigt haben, dass Trump von Gott dazu auserwählt wurde, ein Leuchtfeuer im Iran zu entfachen, um die Schlacht von Armageddon und die Wiederkunft Jesu einzuleiten.12 Wenn Großisrael gegründet werden würde, dann wäre das eine Besatzung, ethnische Säuberung und teils sogar Vernichtung mehrerer westasia­tischer Halbkolonien der USA. Dieses Vorhaben würde Westasien unter die Kontrolle einer ethnisch weißen Siedlerkolonie bringen, und somit die Gefahr der Rebellion der Massen in Westasien ban­nen, wenn es erfolgreich wäre. Vorher wird es aber erstmal ganz Westasien in Brand setzen, die westasiatische Kompradorenbourgeoisie gegen den Westen aufbringen, und eine gewaltige antiim­perialistische Rebellion der westasiatischen Massen hervorbringen.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung dieses Vorhabens für die strategischen Interessen des US-Imperialis­mus ist so waghalsig, dass einige politische Kommentatoren davon ausgehen, dass das Motto des US-Präsidenten nicht mehr „America First“, sondern „Israel First“ sei. Aus der Epstein Affäre erge­ben sich Hinweise darauf, dass Trump Frauen missbraucht hat13, und sogar Menschen hat umbrin­gen lassen.14 Das macht eine Erpressung Trumps durch Israel zumindest denkbar. Allerdings blendet dieses Argument aus, dass weite Teile der US-Bourgeoisie parteilich für Israel sind, und auch die Idee von Großisrael unterstützen. Die Vorstellung, dass die kleine Siedlerkolonie eine solche Fi­nanzmacht aufbringen würde, dass sie die US-Bourgeoisie zu ihrer Kompradorenbourgeoisie ma­chen könnte, ist absurd. Es ist genau andersherum. Die US-Bourgeoisie hat die Siedlerkolonie Israel halbkolonial unterworfen. Die US-Bourgeoisie finanziert und bewaffnet Israel, und regiert dadurch in Israel rein. Die aggressivste Fraktion der US-Bourgeoisie und Israel haben identische Interessen. Wenn man bereit ist, einen kolonialen Genozid in Westasien durchzuführen, dann ist das Projekt Großisrael immer noch waghalsig, aber denkbar. Das Vorhaben ist ein kolonialer Genozid, ein Ver­nichtungskrieg, wie ihn die deutschen Imperialisten in Osteuropa durchgeführt haben.

Wenn Großisrael das Ziel ist, dann ist ein regionaler Krieg, der die arabischen Staaten und die Tür­kei schwächt, zweckmäßig.

Aus dem Projekt Großisrael würden sich erstens Chancen für den chinesischen und russischen Im­perialismus ergeben. Zweitens würde die Spaltung der islamischen Ummah in Sunniten und Shiiten relativiert werden, und es würde einen Aufschwung des Panarabismus und des Gedankens von Bi­lad Asham (Großsyrien) geben. Denn die Muslime und Araber werden sich im antizionistischen und antiimperialistischen Kampf vereinigen. Dies zeigt sich auf Social Media, und wird auch von Ge­nossen vor Ort bestätigt. Außerdem werden die arabischen Kompradorenbourgeoisien sich vor den Massen entlarven und den Konsens der Massen zu ihrer Herrschaft einbüßen.

Der US-Imperialismus will in Westasien tun, was Deutschland in Osteuropa getan hat. Und wie Deutschland werden sie die Rebellion der Massen entfachen, und in dem Feuer verbrennen, das sie selbst angezündet haben.

Wenn die USA es nicht schaffen, die arabischen Staaten und die Türkei in einen Krieg mit dem Iran hineinzuziehen, dann ist es fast unmöglich, dass sie Erfolg damit haben werden. Der Iran hat genug Raketen und Drohnen, um die aktuelle Form des Krieges monatelang fortzuführen. Und eine Bode­ninvasion wäre für die USA ohne Unterstützung der Nachbarstaaten des Iran eine logistische Kata­strophe, weil der Iran fast vollständig aus Bergen besteht. Der Iran hat nicht nur ein großes Heer, sondern mit den Basij-Milizen eine riesige Volksarmee, und selbst wenn die US-Imperialisten das Heer schlagen, und das Land besetzen sollten, dann werden sie einen Guerillakrieg erleben, der wie Afghanistan und Vietnam auf einmal sein wird. Und wenn sich die arabischen Massen gegen dieses Projekt erheben, dann wird Israel fallen, und die USA werden ihre Macht über Westasien verlieren.

Deshalb versuchen die USA auch, die Balkanisierung des Irans durch kurdische und belutschische Milizen herbeizuführen. Bisher allerdings mit mäßigem Erfolg. Mehrere belutschische Stämme ha­ben bereits ihre Treue zur Islamischen Republik geschworen. Kurdische Milizen haben die israeli­schen und US-amerikanischen Behauptungen dementiert, dass sie bewaffnet werden würden, um den Iran vom Irak aus anzugreifen. Außerdem haben mehrere kurdische Organisationen eine be­grenzte Kritik an den vergangenen Bündnissen mit dem US-Imperialismus geübt. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass tausende Daesh-Gefangene von Syrien in den Irak verlegt wurden, und jederzeit in den Iran gehen könnten. Der Iran hat angekündigt, dass er gegenüber Separatisten keine Gnade walten lassen wird – was politisch richtig und zu begrüßen ist. Wenn die kurdischen Milizen die Wahrheit sagen, dann versuchen die Israelis und die USA vermutlich gerade mit ihrer Desinfor­mation, Gewalt der Republik gegen ethnische Minderheiten zu provozieren.

Wenn der Iran balkanisiert werden sollte, dann wird Pakistan auch balkanisiert. Die Taliban spielen hierbei eine unrühmliche Rolle und haben sich über Indien vermittelt für das US-Vorhaben einer Balkanisierung Pakistans einspannen lassen.15

Die Konsequenzen für die Weltwirtschaft

Der Krieg wird in den nächsten Wochen weiter eskalieren. Es ist im Interesse des Irans und der Achse des Widerstandes, sowohl die Straße von Hormuz, als auch Bab Al Mandab und den Suezka­nal zuzumachen. Die Houthis und der Iran sollten gemeinsam dazu in der Lage sein. Allerdings gibt es jetzt schon Hinweise darauf, dass China mäßigend auf den Iran einwirken wird, um seine eigenen ökonomischen Interessen zu schützen.

Dennoch werden die Erdgas- und Erdölpreise höchstwahrscheinlich weiter steigen. Des Weiteren könnte eine reale Knappheit, also ein unter dem weltweiten Verbrauch liegendes Angebot, eintreten. Um dem entgegenzuwirken, haben die USA Venezuela unterworfen, und darüber hinaus lockern sie die Sanktionen gegen Russland. Das wird die Effekte aber nur abmildern.

Das wird zu massiver Inflation und einer Verschärfung aller Widersprüche auf Weltebene führen. Die Kosten werden auf die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker abgewälzt. Darüber hinaus werden die Zinsen nicht weiter gesenkt werden können, um die Spekulation auf Preissteigerungen und die Inflation zu begrenzen. Das wird aber auch die Kredite verknappen, was für die Unterneh­men bei steigenden Rohstoffpreisen ein erhebliches Problem sein wird. Wir werden Stagflation, sta­gnierendes Wirtschaftswachstum bei gleichzeitiger Inflation, erleben, oder sogar eine Rezession mit gleichzeitiger Inflation. Die USA werden versuchen, sich davor zu schützen, und die Kosten auf Eu­ropa und China abwälzen.

Außerdem kommt es auch aufgrund der fehlenden Rohstoffe, also des realen Mangels an Ge­brauchswerten, zu Problemen bei der Düngemittelproduktion, sodass die Preise für Düngemittel steigen, die Ernten geringer ausfallen und die Nahrungsmittelpreise steigen. Dies wird sich im Sep­tember bemerkbar machen. Ähnliche Probleme werden sich in diversen anderen Bereichen der Pro­duktion zeigen.

Diese Verschärfung liefert immer mehr und immer bessere Kriegsgründe.

Wenn das Vorhaben, Großisrael zu gründen, nun wirklich angegangen werden soll, dann werden die Konsequenzen für die Weltwirtschaft noch weitaus verheerender sein, was noch mehr und bessere Kriegsgründe für alle Imperialisten stiftet.

Das Vorspiel des Dritten Weltkrieges

Der imperialistische Weltkrieg ist die direkte militärische Konfrontation zwischen imperialistischen Großmächten um die Neuaufteilung der Welt. Die direkte militärische Konfrontation zwischen den Imperialisten begann letztes Mal mit dem Sitzkrieg an der deutsch-französischen Grenze, aber das Vorspiel waren, der Kolonialkrieg Japans gegen China ab 1931/1937, der Kolonialkrieg Italiens ge­gen Äthiopien 1936, sowie der Kolonialkrieg Deutschlands gegen Polen ab 1939. Wir erleben heute eine ähnliche Verschärfung der Widersprüche, besonders des Widerspruchs zwischen Imperialismus und unterdrückten Nationen, wie vor dem Zweiten Weltkrieg.

Wenn der US-Imperialismus erfolgreich Großisrael gründet, den Iran, Pakistan, vielleicht auch Sau­di-Arabien balkanisiert, und es schafft, sich mit Russland zu versöhnen, dann wird er China angrei­fen. Wenn der US-Imperialismus daran scheitert, dann werden die Karten komplett neu gemischt.

Für die Kommunisten muss diese Entwicklung ein Weckruf sein. Wir müssen konsequent die Parole „Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt euch!“ umsetzen! Keine Kompromisse! Keine Äquidistanz! Keine Versöhnung mit dem Imperialismus! Die Leute, die heute keine Fahnen der Islamischen Republik Iran auf ihren Demos haben wollen, sind die geistigen Kinder derjenigen, die gestern keine Palästinafahnen auf ihren Demos haben wollten.

Zwar ist es in der aktuellen Situation ein sekundäres Problem, aber dennoch müssen die Kommunis­ten wachsam sein, dass sich aus der ungeheuren Monstrosität des US-Imperialismus keine Trugsch­lüsse über den Charakter des chinesischen und russischen Imperialismus ergeben. Der US-Imperia­lismus ist zwar der aggressivste Imperialist, aber auch China und Russland wollen nicht den Imperia­lismus abschaffen, sondern sind selbst Imperialisten.

Und wir müssen uns mit dem Proletariat vereinigen, und den ganzen kleinbürgerlichen, subjektiv-idealistischen, liberalen und postmodernen Rotz hinter uns lassen. Denn wir müssen die Kommu­nistische Partei Deutschlands rekonstituieren, und die kann nur eine Partei der Arbeiterklasse sein, und keine Partei des Kleinbürgertums. Denn das beste Mittel gegen falsche Hoffnungen in imperia­listischen Staaten ist, das Proletariat wieder in eine Kraft zu verwandeln, die mit Initiative im Klas­senkampf angreift.

Unsere Haltung zum Weltkrieg muss sein: Wir sind dagegen, doch wir fürchten uns nicht davor, sondern machen unsere revolutionäre Arbeit, um ihn zu verhindern, oder, wenn wir das nicht schaf­fen, ihn in einen revolutionären Krieg zu verwandeln.


15 Siehe: 1. https://thecradle.co/articles/terror-from-balochistan-a-menacing-tool-to-disrupt-sino-pakistani-economics 2. https://www.huffpost.com/entry/balkanizing-pakistan-a-co_b_635950 3. Pakistanische Medien gehen davon aus, dass Afghanistan über indischen Einfluss vermittelt sich für die Balkanisierung Pakistans hat einspannen lassen.

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